Immer auf den Punkt informiert - Anwenderbericht der FMSB
Financial Markets Service Bank: Datenanalyse in Echtzeit
   
 

20.07.2005

News

Veränderungen sind bei Banken eine Konstante:
Permanente neue gesetzliche Richtlinien, hyperaktive Aktienmärkte und stetig wechselnde Rahmenbedingungen fordern ein Höchstmaß an Flexibilität. Mit einer IT-Lösung, die einen Blick in Echtzeit auf die Daten erlaubt, ist die Financial Markets Service Bank in der Lage, ihre Geschäfte optimal zu steuern und einen Best-in-Class Kundenservice zu bieten.


Analyse-Tools helfen dem Unternehmen heute Daten aufzubereiten und die richtigen Entscheidungen vorzubereiten und zu fällen. Durch den Einsatz der richtigen Tools kann der Analyseprozess wesentlich beschleunigt werden. Deshalb setzt Norbert Eiglsperger, Leiter IT-Management der Financial Markets Service Bank (FMSB), einem Unternehmen der Hypovereinsbank-Gruppe, auf „joinIT“.

Die FMSB ist das Backoffice der HVB Group im Bereich Wertpapierservice. Zur Servicepalette gehören die Orderannahme- und -weiterleitung, das Wertpapier-Clearing, der Depotservice, das gesetzliche Meldewesen und die Aufbereitung aller Belege und Benachrichtigungen, die dem Kunden zur Verfügung gestellt werden müssen. Rund eine Million Depots, über 15 Millionen Wertpapiertransaktionen pro Jahr, und Bestände in über  50 000 aktiven Gattungen (Aktien, Fonds etc.) dazu 150.000 archivierte Gattungen beschreiben das gemanagte Mengengerüst der Bank.

Neben Standard-Software und eigenerstellter Software sind zusätzliche Tools erforderlich, um die Geschäftsanforderungen abzudecken. Dies zeigt ein Blick in die Prozesse: Bei der FMSB ist in der Regel immer ein äußeres Ereignis der Auslöser und bestimmt die darauf folgenden Aktionen, die wiederum sehr unterschiedlich sein können. Beispielsweise gelangt eine Änderung zur Bank, deren Quelle die Wertpapiermitteilung, die Meldung eines Börsenplatzes und steuerliche Neuregelungen sein können. Der FMSB-Datenbestand wird daraufhin auf Basis von Kriterien wie Kunden, Region, Zeit analysiert – zum großen Teil auch Vergangenheitsdaten – und es wird festgestellt, in welchem Rahmen zu reagieren ist. „Unser Geschäft verlangt daher ein Höchstmaß an Flexibilität“, wie Walter Schöllhorn, Leiter Depotservice FMSB, weiter erklärt. „Die Finanzmärkte sind ständig in Bewegung: Neue Aktien werden ausgegeben, alte vom Markt genommen, Steuerrichtlinien ändern sich und neue Börsenplätze und Depotbanken entstehen.“

Es sei ferner nicht sinnvoll, alle Prozesse vollautomatisch in Software abzubilden, da die Art der Änderungen und der Zeitpunkt gar nicht vorhersehbar seien, ergänzt Schöllhorn. Zudem seien manchmal nur wenige Dutzend Kunden von einer Änderung betroffen – etwa bei sehr exotischen Papieren – , ein anderes Mal kann eine gesetzliche Anforderung allerdings eine Auswirkung auf tausende von Depot-Inhabern haben. „Ganz gleich, ob einige wenige oder zehntausend Kunden betroffen sind, entscheidend ist, dass wir unsere Kundenbereiche rechtzeitig über Veränderungen informieren. Das zeichnet einen guten Kundenservice aus“, so Depotmanager Schöllhorn.

Um in diesem Geschäft den Durchblick zu behalten – und mehr noch –  proaktiv reagieren zu können, hat die HVB-Group seit 2004 die Analysesoftware „joinIT“ von acayosoft aus dem bayrischen Bad Aibling im Einsatz, mit der sich sämtliche operative Daten in Realtime durchforsten lassen. Die Quelldaten liegen größtenteils in verschiedenen dezentralen Access-Datenbanken sowie DB2-Datenbanken auf dem Host. „Zur Auswahl standen eine Reihe von Lösungen, doch joinIT konnte uns sowohl im Preis als auch in der Leistung überzeugen“, sagt Eiglsperger. Darüber hinaus gab es bei der HVB Info bereits gute Erfahrungen mit dem Produkt, dass dort unter anderem für Reporting, Überwachung und Workflows der ITIL-Prozesse genutzt wird. Ein weiterer gewichtiger Grund war, dass sich mit joinIT ohne Umwege auf Originaldaten zugreifen lässt. „Wir wollten uns kein Softwareuniversum mit Zwischenschichten und zusätzlichen Datenspeichern aufbauen, wie es bei typischen Business-Intelligence-(BI-)Lösungen der Fall ist“, sagt Eiglsperger.

joinIT ermöglicht heute die aktuelle Sicht und den uneingeschränkten Zugriff auf alle Daten, die auf den Host-Datenbanken und dezentralen Systemen verfügbar sind. Es ist ein universelles Werkzeug bestehend aus einer Host-Komponente „joinIT OS“ und einem Web-Interface „joinIT Web“. Die Lösung unterstützt die Anwendungsentwicklung und eignet sich einerseits zum Aufbau von Informations-Portalen im Intranet mit personalisiertem Zugriff. Mittels der Host-Software erlaubt es andererseits eine standardisierte Batch-Verarbeitung unter IBMs zOS im Produktionsumfeld – vor allem unter Berücksichtigung eines 7x24 Betriebs. Gestartet wurde das Projekt mit einer kostenlosen Pilotimplementierung, die ein Berater von acayosoft zehn Tage mit Rat und Tat begleitete.

Für die Entwicklung der Analysen und Reports ist ein fünfköpfiges Experten-Team ausgebildet worden. Die Mitarbeiter waren keine Programmierer, Anwendungsentwickler oder DB-Spezialisten und verfügten somit über kein tiefgehendes IT-Know-How. Insgesamt wurde das Team vier Wochen geschult – verteilt auf mehrere Zeiträume. Danach fand ein weiteres Training on the job statt, das acayosoft-Spezialisten je nach Bedarf begleiteten. In dieser Zeit lernte das Team gleichzeitig den Umgang mit SQL-Datenbanken und anderen Dateiorganisationsformen auf dem Host. „Sechs Monate sollte man rechnen, bis ein Mitarbeiter wirklich fit ist, um die Feature der Software  ausschöpfen zu können“, sagt Eiglsperger. „Die End-User dagegen können mit joinIT-Reports umgehen, wenn sie den Browser bedienen können, also in weniger als einem Tag“, so seine Erfahrung.  Dabei kann der Enduser sogar zusätzliche Kriterien und Vorgaben erfassen und somit Auswertungen flexibilisieren.

„joinIT bildet das Fundament für unser operatives Geschäft und hilft uns darüber hinaus, neue Produkte zu entwickeln“, beschreibt Depot-Manager Schöllhorn den Stellenwert des Tools. Damit ließen sich Geschäftsideen überprüfen indem joinIT die Daten liefere, die für Entscheidungen benötigt würden. Kommt eine Anforderung ins Haus, setzt sich das Team aus dem Fachbereich mit den joinIT-Experten zusammen und definiert gemeinsam die Parameter, Kriterien und Variablen, die nötig sind, um die Auswirkungen der Ereignisse zu analysieren. „Die Definition der Abfrage ist wenig formalisiert, da arbeiten die Tool-Experten und Fachbereiche ganz unbürokratisch zusammen.“ Einen Großteil der Reportbeschreibungen könnten die Fachabteilungen sogar ohne Hilfestellung formulieren und an die joinIT-Experten abliefern. Das Experten-Team entwickelt diese Reports dann auf dem Entwicklungssystem auf Basis der Datenbankprogrammiersprache (Standard Query Language = SQL) SQL für Realtime-Reports und komplexere Lösungen mit einer einfachen Scriptsprache in joinIT OS unter IBM’s zOS.

„Je nach Umfang der Anforderung, wird diese sofort auf den Host-Datenbeständen, die bei der HVB Info stehen, ausgeführt oder aber nachts verarbeitet, damit der operative Betrieb nicht beeinträchtigt wird“,
erklärt Eiglsperger. Rund 80 Prozent der Abfragen könnten heute direkt verarbeitet werden. Den technischen Zugang für die Datenzugriffe unter IBM’s zOS stellt die HVB Info bereit. Sind die Reports fertig, lassen sie sich über die Web-Komponente darstellen und wenn gewünscht zur weiteren Aufbereitung in Excel oder Access exportieren. Die FMSB setzt als Hardware einen Windows-2003-Server mit dem Microsoft Internet Information Server und Tomcat als Basis für joinIT ein.

„Alle, insbesondere zeitkritische Anfragen aus den Fachbereichen, werden heute zeitgerecht erledigt –meist sogar früher als geplant. „Es gibt keine Reports oder Analysen, die nicht pünktlich fertig sind“, ergänzt sein Fachkollege Schöllhorn. Das war allerdings nicht immer so. „Seit einem Jahr ist die Software bei uns im produktivem Einsatz“, erklärt Eiglsperger. Davor mussten alle Auswertungen und Reports bei der HVB Systems beauftragt und meist aufwändig in Cobol programmiert werden. Die Ergebnisse wurden dann in Listenform an die zuständigen Fachbereiche verteilt. So waren insgesamt über 1200 zum Teil
Kilo schwere Listen im Umlauf, von denen jedoch über 30 Prozent überhaupt nicht mehr benutzt wurden. „Mindestens zehn Prozent des IT-Budgets ist damals alleine für die Informationssuche und das Abgleichen von Listen aufgewendet worden“, so Eiglsperger. Hinzu kam, dass die Entwicklungsmitarbeiter sich in einem Konkurrenzkampf zwischen klassischen IT-Projektaufgaben und Erstellung von Abfragen für das operative Geschäft befanden. Eiglsperger: „Entweder wurde das Projekt hinten angestellt oder die Abfrage wurde nicht fertig. Selbst der beste IT-Provider kann diesen Konflikt nur dadurch auflösen, wenn er diese Aufgaben trennt und die nötigen Skills zwischen professioneller Software-Entwicklung und Produktionssupport trennt“

Bedingt durch die einzig verfügbare COBOL-Technik gab es häufig Engpässe, wenn Maßnahmen sehr schnell umgesetzt werden mussten. „Bei zeitkritischen Vorgängen etwa Handelsaktivitäten müssen wir sofort wissen, welcher unsere Kunden davon betroffen sind und wie die weiteren Schritte aussehen“, so Schöllhorns Devise. „Nicht selten mussten unsere Leute die Ergebnisse aus mehreren Listen zusammensuchen und dann händisch in Excel übertragen. Das war eine Sisyphus-Arbeit und in der erforderlichen Zeit eigentlich gar nicht machbar.“ Ein weiterer Nachteil der Listenverarbeitung war, dass sich Parameter wie Regionen, Zeiträume und Produkte nicht verändern ließen. „Die Ergebnisse waren starr und sobald sich ein Betrachtungszeitraum veränderte, musste eine neue Liste gedruckt werden.“

Listen sind bei der FMSB zwar nicht ganz abgeschafft  – sie dienen unter anderem der Revision und Dokumentation – doch durch joinIT ist die Anzahl um über 60 Prozent gesunken. 400 JoinIT-Auswertungen konnten im vergangenen Jahr bereits den Fachbereichen bereitgestellt werden. Viele davon werden täglich mehrfach genutzt, einige waren für einmalige Detail-Analysen nötig. „Heute können wir sehr viel zeitnäher informieren und haben für unsere Kunden mit verschiedenen Aktionen deutliche Einsparungen realisiert“, sagt Schöllhorn. „Die Möglichkeiten mit joinIT gehen weit über die des klassischen Reportings hinaus.“ Mit Hilfe des Werkzeugs sei es auch möglich gewesen z.B den Service für Quellensteuer wesentlich zu erweitern – mit der gleichen Mannschaft. Entscheidend ist dabei für den IT Manager Eiglsperger nicht die erzielte Kostenersparnis von rund 50 Prozent bei der Analyse und Aufbereitung der Daten, sondern der weitaus größere finanzielle Effekt entsteht dadurch, daß nun früher als bisher und vor allem besser – das heißt sicherer – Entscheidungen getroffen werden.

Financial Markets Service Bank GmbH

In der HVB-Group ist die Financial Marketss Service Bank zuständig für die Wertpapierabwicklung der HVB AG. Das Unternehmen verwaltet eine Millionen Wertpapierdepots bei einem Volumen von rund 15 Millionen Transaktionen jährlich. Die Financial Marketss Service Bank erledigt für die HVB AG alle Aufgaben im Wertpapier-Backoffice-Bereich. Zur Servicepalette gehören auch der Depotservice und das gesetzliche Meldewesen.